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Ich gebs ja zu. Ich bin ein passionierter Nichttänzer. Mein Tanzbein will einfach nicht schwingen. Schon seit meiner Geburt ist das so. Nicht mal der Spaghetti-Tanz wollte mir damals in der Dorfdisko gelingen. Ich hege sogar den leisen Verdacht, dass mich die Angst vor dem nächsten Tanz zum Musiker gemacht hat. Da konnte ich mich hinter der Gitarre verstecken und die verschwitzten Tänzer genüsslich begleiten. Ein gutes Gefühl.
Heute birgt der Tanz für mich ganz andere Gefahren. Bei dieser Kunstgattung weiss man nämlich nie was kommt. Mal ists so richtig — und dann wieder ganz anders. Es gibt kein Regelwerk worauf man sich berufen könnte und rufen: "Hey, das ist aber nicht erlaubt!" Bei der Erarbeitung eines neuen Tanztheaterstücks bewegt man sich in einem grossen Freiraum, den es im Laufe der Zeit abzustecken und zu definieren gilt. Die Grenzen und Regeln des Spiels bestimmen nur die Beteiligten.
Da kann man nur die Sitzhöcker senken lassen, den Geist lockern und die gewonnene Freiheit geniessen. Der Architektur der Bewegungen folgend, entsteht in diesem Umfeld eine Musik, die sich tonal und klanglich hinter dem Ofen hervorwagt. Popularität wird zweitrangig. Und so entwickle ich da Töne, die ich sonst nicht auf die Bühne lassen würde. Und das macht mir grosse Freude.
So war und ist die Zusammenarbeit mit Brigitta Schrepfer, die mir jetzt wiederholt ihr Vertrauen geschenkt hat, immer ein wahres Vergnügen. Und ich bin ihr echt dankbar, dass sie mir dabei die Gelegenheit gibt, neue musikalische Farben und Formen zu entdecken. Und dass ich bei ihr nie tanzen muss, finde ich natürlich auch gut.
Mit
Brigitte Schrepfer und Christiane Loch
Dramaturgische Begleitung: Urs Wehrli
Musik:
Markus Schönholzer
Licht:
Stefan Marti