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Die Band "No Secrets in the Family" war lange Zeit meine musikalische Heimat. Fast 10 Jahre lang haben wir uns wöchentlich im unserem Schwamendinger Probelokal getroffen und uns an unsere musikalischen Grenzen gewagt. Es war Freizeitbeschäftigung und Schule zugleich. Wir haben Tränen gelacht und gerackert wie die Blöden. Und das alles in diesem 40m2 grossen musikalischen Labor. Wir waren wirklich eine Family, mit all ihren Vor- und Nachteilen. In der Enge und Vertrautheit dieser Gruppe lag eine abartige schöpferische Kraft, eine kreative Energie, die mir damals so selbstverständlich erschien. Rückblickend muss ich sagen, dass dieses scheinbar endlose musikalische Bauprojekt eine einzigartige Phase in meinem Leben war. Sie nahm mir viel und gab mir viel. Mensch, bin ich froh, dass ich diese gute, hässliche, verrückte und schöne Musik gemacht habe.
Die Band
Annette Schönholzer
keys, voc.
Markus Schönholzer
gui., voc.
Martin Gantenbein
drums, voc.
Christian Strässle
vl., sax, voc.
Daniel Meienberger,
Patricia Wyder,
Moritz Rüdisüli
b, in wechselnder Besetzung
CDs
In a certian light we all appear green
RecDec 905)
Play and strange laughter (RecDec 23)
Kleinzeit
(RecDec 47)
Henry Chard
(Eigenverlag)
Kleinzeit wird durch Schmerzen von der Bahn, aus der Firma und in die Laken eines Krankenhausbettes geworfen. Betäubt und entnervt durch die rücksichtslose Pflege eines autistischen Ärzteteams, flüchtet er in den geistigen Untergrund. Er beginnt mit dem Bett zu kommunizieren, kommt mit seinen Schuhen ins Gespräch, plaudert mit dem Tod. Einziger Lichtblick für Kleinzeit im Krankenhaus: die schöne Nachtschwester. Kleinzeit verliebt sich in sie, beginnt ein Verhältnis mit ihr und findet in ihrer Wohnung einen zweiten Zufluchtsort. Zwischen Krankenhaus, U-Bahnschacht und den beiden Wohnungen hin und her kreuzend, erlebt Kleinzeit eine Reise durch sämtliche Bereiche und Gründe seiner Existenz, durch physische und metaphysische Welten.
Wir von "No Secrets in the Family" nahmen uns 1994 zusammen mit Urs Blöchlinger und Christoph Baumann dem krankem Antihelden an und widmeten ihm ein musikalisches Psychogramm für ein 12-köpfiges Orchester. In Zusammenarbeit mit der Regisseurin Barbara Liebster und dem Kunstmaler, Plastiker und Video-Künstler Peter Panyoczki entstand ein skurilles Musik-Sprech-Licht-Spiel — eine eigenwillige, atmosphärische Verbindung aus Konzert, Filmvorführung und Lesung.
Trotz breiter Unterstützung aus den vielen Fonds und Stiftungen der Schweiz, kostete dieses Monsterprojekt uns von „No Secrets in the Family“ viel Geld — und den letzten Nerv. Wir lösten uns danach als Band auf und wurden anderwo glücklich.
Komposition
No Secrets in the Family
nach einem Buch von
Russell Hoban
Arrangements
Urs Blöchlinger
Sax
Christoph Baumann
Keyboard
Ensemble
Christoph Baumann
Keyboard
Urs Blöchlinger
Sax
Christof Dienz
Fagott
Christoph Gantert
Trompete
Placidus Schelbert
Cello
Marie Schwab
Bratsche
Priska Walss
Posaune
Chris Wirth
Klarinette
No Secrets in the Family
Keys, Guit, Bass, Drums
Projektionen
Heiner Zweifel
Peter Panyoczki
Sprecher
Thomas Waldvogel