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Endlich mal ein Musical schreiben mit richtiger Liveband! Das hatte ich mir schon lange gewünscht. Und weil die Frau Berg auch schon lange an den Broadway wollte, traf sich das ganz gut. Niklaus Helbling hat wie immer an den richtigen Fäden gezogen und uns an denselben Tisch gebracht. Und da sassen wir nun, alle drei, und uns wurde auf einen Schlag klar, was wir uns da für eine Sauarbeit aufgebührdet hatten.
Zum Glück konnte ich Matthias Stötzel für die musikalische Leitung gewinnen. Er war mir schon bei „Deep“ ein unverzichtbarer Freund und Helfer gewesen. Und er schaffte es zusammen mit Niklaus und Salome Schneebeli in gut sechs Wochen aus der Crew des Schauspielhauses eine tanzende und singende Musicaltruppe zu formen. Respekt.
Für mich war „Wünsch dir was“ eine spannende musikalische Herausforderung. Wir befanden uns ja mit den Texten und Botschaften von Sibylle Berg nicht gerade im Mainstream-bereich. Und doch hatten wir uns entschieden, musik-stilistisch nah am guten alten Broadway zu bleiben. Dieses Spannungsfeld gefiel mir persönlich sehr, und ich denke, dass wir daraus eine wirklich eigene szenische Sprache entwickelt haben.
Leider hat das Zürcher Publikum unsere Melange aus Kitsch und Ernsthaftigkeit, Broadway und Staatstheater etwas irritiert. Schade, denn ich glaube sehr an die Mischbarkeit der Stilsprachen und an ihre gegenseitige Befruchtung. An dieser Befruchtungsformel möchte ich gerne noch weiterarbeiten. Mal schauen wann und wo.
| „...vorab dank der abwechslungsreichen Musik von Markus Schönholzer…Mit augenzwinkernder Schamlosigkeit plündert er so ziemlich alle Musikstile, verquickt Big-Sound mit Italo-Schleim, switcht vom Oldie zum Rock, pendelt zwischen Brecht-Song und indischer Worldmusic. Das fünfköpfige Orchester unter Matthias Stötzel macht das famos und – positiver Unterschied zum Broadway – kammermusikalisch transparent, wenngleich mit dem nötigen Drive. Drive und Tempo bestimme auch Niklaus Helblings einfallsreiche Regie, die nichts auswalzt und breittritt. Ein Besuch im Zürcher Schiffbau erspart demnach die kostspielige Reise nach New York.» Aargauer Zeitung |